Liegt die Insel auch im äußersten Nordosten der Bundesrepublik, so nimmt sie für den gesamten Ostseeraum eine prädestinierte Rolle als Bindeglied zu den Nachbarstaaten und als Verkehrsdrehscheibe ein.
Mit dem Standort Sassnitz-Mukran, der in den vergangenen Jahren mit viel Aufwand zu einem modernen seeschifftiefen Fährhafen ausgebaut worden ist, und den angrenzenden Industrie- und Gewerbeflächen verfügt Rügen über ideale Produktions- und Transportvoraussetzungen, um an die Zeiten der Hanse anzuknüpfen, in der die Ostsee, das Baltische Meer, bedeutsamer Handelsraum und Transportweg war.
Zahlen & Fakten
Einige Übersichtsdaten. Mit einer Fläche von 976 qkm ist Rügen Deutschlands größte (und nach Ansicht der meisten Bewohner auch schönste) Insel. Mit einer Einwohnerzahl von rund 70.000 (Stand 31.12.2006) und einer Einwohnerdichte von 72 Einwohnern pro qkm zählt die Region zu den dünnbesiedelten ländlichen Räumen Deutschlands.
Da der Wohn-, Arbeits- und Lebensraum Rügen eine geografische, kulturhistorische, regionalwirtschaftliche und politische Einheit bildet, gelten auch besondere wirtschaftliche Rahmenbedingungen.
Rügen ist zudem eigenständiger Landkreis mit dem Sitz der Kreisverwaltung in Bergen auf Rügen, was Verwaltungs- und Behördenangelegenheiten unkompliziert und gebündelt gestaltet.
Die Insel zählt 42 Gemeinden, davon 4 Städte. Die größten sind die Kreisstadt und das Verwaltungszentrum Bergen auf Rügen (ca. 14.000 Einwohner) und die Hafenstadt Sassnitz (ca. 11.000 Einwohner).
Optimierte Verkehrsinfrastruktur. Milliarden sind in den vergangenen Jahren in den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur der Neuen Länder geflossen. Mit großem Nutzen, wie sich schon heute am Beispiel Mecklenburg-Vorpommerns und Rügens zeigt. Das Bundes- und Landesstraßennetz befindet sich bereits auf einem hohen und modernisierten Niveau und mit der neuen Autobahn A 20 ist der Nordosten Deutschlands an das europäische Verkehrsnetz angebunden. Durch die Fertigstellung der Ostseeautobahn A 20 im Jahr 2005 haben sich die Reisezeiten auf die Insel Rügen erheblich verkürzt. Die A 20 ist nun von Lübeck bis Stettin im Nachbarland Polen durchgängig befahrbar.
Bereits Ende 2004 wurde der Rügenzubringer, eine Kraftfahrstraße, die den Anschluss Rügens an die A 20 gewährleistet, für den Verkehr freigegeben. Es folgen bis 2007 die neue Strelasundquerung, eine Brücke zwischen dem Festland und der Insel, die die heute noch notwendigen Brückeöffnungszeiten in Stralsund überflüssig machen wird, und der Neubau der Bundesstraße 96 von Stralsund nach Bergen auf Rügen.
Seit Ende 2005 sind nun die Agglomerationsräume Berlin/Potsdam und Hamburg/Lübeck in ca. zweieinhalb Stunden, der polnische Großraum um Stettin – nach dem Beitritt Polens in die EU ein wichtiger Wirtschaftsstandort – in nur zwei Stunden erreichbar.
Doch auch in das Schienennetz wird investiert. Die Strecke Lübeck – Stralsund (das Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 1), und die Verbindungen zwischen Stralsund und Berlin sowie Berlin und Rostock werden in den nächsten Jahren weiter modernisiert, so dass auch die Fernanreise bzw. der Transport per Bahn deutlich attraktiver wird.
Natürlich spielt der Seeweg eine bedeutende Rolle. Gegenwärtig existieren regelmäßige Fährverbindungen vom Fährhafen Sassnitz-Mukran nach Trelleborg in Schweden, zur dänischen Nachbarinsel Bornholm sowie nach Klaipeda in Litauen. Damit verfügt Rügen über die kürzesten Seewegverbindungen aus Deutschland nach Schweden und in das Baltikum. So ist beispielsweise der boomende dänisch-schwedische Großraum Kopenhagen/Malmö von Sassnitz-Mukran in knapp viereinhalb Stunden erreichbar. Ein Standortvorteil, der sich mit der Fertigstellung der Straßen- und Schieneninfrastruktur erst richtig entfalten wird.
Letzten Endes soll das Luftverkehrsnetz nicht unerwähnt bleiben. Rügen selbst verfügt mit dem Verkehrslandeplatz Güttin, ca. acht Kilometer von Bergen auf Rügen gelegen, über eine eigene Anbindung. Ist der Platz derzeit noch nicht für größere Flugzeuge und Instrumentenflug ausgelegt, plant der Landkreis als Eigentümer zur Schaffung dieser Voraussetzungen derzeit den Ausbau zum Flugplatz. Größere Linienmaschinen landen derweil noch in Rostock-Laage.
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Facts
Wirtschaftsdaten. Die Unternehmensstruktur Rügens zeichnet sich durch Kleinteiligkeit aus, die sich in einer erstaunlichen Breite darstellt. Die Insel bietet einen breiten Branchenmix verschiedenster Unternehmen und Produkte. Großunternehmen fehlen hingegen fast vollständig. Ausnahmen sind hier etwa das Euro Baltic Fischverarbeitungszentrum in Sassnitz-Mukran und das Fischwerk der Neuen Rügen Fisch GmbH für den Industrie- und Gewerbestandort Sassnitz-Mukran wird erhofft, dass weitere geplante Ansiedlungen einen Impuls auf die Standortentwicklung ausüben werden. Die Anzahl von Unternehmen (kammerzugehörige Betriebe, Stand: 30.03.2007) verteilt sich wie folgt:
Kredit- und Versicherungsgewerbe, Dienstleistungen: 1.553
Die über 21.500 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten am Wohnort verteilen sich auf folgende Wirtschaftszweige (Stand 30.06.2005):
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei: 947
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden: -
Verarbeitendes Gewerbe, Energie- und Wasserversorgung: 1.442
Baugewerbe: 1.232
Handel: 3.053
Gastgewerbe : 5.418
Verkehr, Nachrichtenübermittlung: 1.407
Kredit- und Versicherungsgewerbe: -
Grundstücks- u. Wohnungswesen, Vermietung, Unternehmensdienstleistungen: -
Öffentliche Verwaltung, Sozialversicherungen, Organisationen und Körperschaften: -
Öffentliche und private Dienstleistungen (ohne öff. Verwaltung): 7.967
Das Bruttoinlandsprodukt pro Erwerbstätigen und Jahr betrug 2005 40.538 EURO. Es betrug damit nur 90,6 % des landesweiten Wertes und zeigt die Notwendigkeit der Bemühungen wirtschaftlicher Entwicklung. Die diesbezüglich noch keineswegs zufriedenstellende gesamtwirtschaftliche Situation spiegelt sich auch in den Arbeitsmarktzahlen wieder. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug im Jahr 2005 19,4 %.
Urlaubsinsel
Wirtschaftsfaktor Tourismus. Bekannt ist Rügen natürlich in erster Linie als Urlaubsregion und so verwundert es kaum, wenn der Tourismus den bedeutendsten Wirtschaftszweig darstellt.
635 gewerbliche touristische Betriebe mit mindestens neun Betten bilden mit insgesamt ca. 42.000 Betten den Kern des Tourismusgewerbes. Die Zahl der Betriebe hat seit 1995 um rund 76% zugenommen, die Zahl der gewerblichen Betten gar um 95%.
Daneben gibt es eine Vielzahl von Klein und Privatvermietern, die über rund 12.500 Betten verfügen sowie eine Reihe von Campingplätzen auf denen ca. 8.000 Übernachtungsplätze bereit gestellt werden.
Beachtenswert sind auch die Zahlen der Gästeankünfte und Übernachtungen. Im Jahr 2006 hatte die Insel ca. 1,3 Mio Besucher mit fast 7 Mio Übernachtungen. Es wird davon ausgegangen, dass ca. 11.000 Menschen direkt oder indirekt im Tourismus beschäftigt sind.
Weiche Standortfaktoren mitentscheidend
Vielfältiges Wohn-, Bildungs-, Kultur- und Freizeitangebot. Zunehmend gewinnen die sogenannten weichen Standortbedingungen im Wettbewerb der Regionen und Orte an Bedeutung. Auch hier kann sich Rügen sehen lassen. So zum Beispiel bezüglich des Wohnungsangebotes. Gab es Mitte der neunziger Jahre in der Region noch das Problem fehlender Wohnungen, findet man inzwischen flächendeckend ein breites Angebot attraktiver sanierter oder neu errichteter Eigentums- oder Mietwohnungen in allen Ausstattungs- und Preisklassen.
Auch beim Bildungsangebot muss sich Rügen nicht verstecken. Mit der Fachhochschule in Stralsund und der Ernst-Moritz-Arndt-Universität in Greifswald sowie der Universität Rostock stehen im näheren und weiteren Umfeld der Insel mehrere Hochschuleinrichtungen zur Verfügung. Die Insel selbst bietet mit der modernen, im Jahr 2001 eröffneten Berufsschule in Sassnitz, dem Ernst-Moritz-Arndt Gymnasium Bergen mit Außenstelle in Sassnitz, dem IT College in Putbus und einem breiten sonstige Schul- und Weiterbildungsangebot ein breites Bildungsspektrum.
Zahlreiche Veranstaltungen z.B. im Theater Putbus, während der Musikfestspiele Mecklenburg-Vorpommern oder der Putbus-Festspiele, die Kabarett-Regatta, die Ostseefestspiele in Stralsund und Greifswald oder die Störtebeker-Festspiele sowie ein vielfältiges regionales Veranstaltungsprogramm bieten erholsame Stunden und machen Rügen lebens- und erlebenswert. Ergänzt wird das kulturelle Angebot durch ein ebenso attraktives Erholungs- und Freizeitspektrum.
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